Rehleins
erster Land Rover
Gekauft habe ich meinen ersten LR im Mai 2005 aus privater Hand. Der Kontakt zum
Verkäufer, ein wirklich netter Typ im Ruhrpott, kam über das Forum von Black
Landy Zustande, in das ich einen Kaufgesuch stellte. Das erste Angebot (von
dreien) war dann gleich mein Baby ...
Ich fahre mit gemischten Gefühlen und 5000 EUR in der Hosentasche mit der Bahn
nach Bochum. Soll ich wirklich so viel Geld für ein reines Spielzeug
ausgeben? Immer wieder kommen mir Froschmann Furys (eingefleischter und
mehrfacher Toyota Land Cruiser Besitzer) warnende Worte ins Gedächtnis. Was
wird mich am Zielort erwarten? Eine vergammelte Kiste? Ein bewaffneter
LR-Verkäufer-Fake, der mit mit vorgehaltener AK47 um mein Geld erleichtert?
Ich weiß es nicht, aber ich bin auf alles vorbereitet.
Am Bahnhof werde ich abgeholt. Der Bursche trägt Sandalen und eine kurze Hose und
ein mundgemaltes Schild "Rehlein HH". Wo verdammt hat der nur seine
Waffe versteckt? Wo lauerten seine Komplizen? Wir fahren raus aufs Land. Nette
Gegend hier! Nur zu viele Quad-Fahrer. An einem Schuppen mitten in der Pampa halten wir an. Langsam
werden meine Hände feucht. Gleich sollte es so weit
sein. Entweder bin ich gleich tot, oder ich würde endlich einen Land Rover in
einer wunderbar martialischen Farbe zu Gesicht bekommen.
Die Fahrt in den Norden ist eine
kleine Besonderheit. Sie ist laut und anstrengend, aber auch irgendwie
selbstreinigend. Jetzt habe ich einen Land Rover. Falls er und ich es bis nach
Schleswig Holstein schaffen sollten. Das erste Mal tanken in in zweierlei
Hinsicht ein Event. Zum einen bin ich noch nie mit einem Zapfsäulenschlauch
durch meinen Wagen marschiert und musste zum Tanken die Sitze hochklappen, zum
anderen war es auch etwas Großes in finanzieller Hinsicht. Aber ich hatte zum
Glück nie erwartet, ein 3-Liter-Auto zu kaufen.
Nach sechs Stunden habe ich es geschafft. Ich bin taub, müde und LRO. Annette
freut sich, dass ich überlebt habe. Sie freut sich auch für mich, dass ich
diesen alten Traum endlich verwirklicht habe. Nicht ganz so erfreut ist sie
über den Tarnanstrich des Wagens und über die Tatsache, dass es keine
Sicherheitsgurte gibt. Ich gelobe Nachbesserung zu beiden Kritikpunkten. Jetzt
will sie ihn aber erstmal fahren. Mit ihren 158 cm Körpergröße erscheint der
nicht verstellbare Fahrersitz zuerst ein Problem darzustellen. Als ich ihr dann
aber die Lehne des mittleren Sitzes auch noch hinter den Rücken schiebe, passt
es wie maßgeschneidert.
Wir fahren nicht weit und nicht lange. Aber es reicht, um das Grinsen in ihrem
Gesicht immer breiter werden zu lassen. Nun ist völlig klar, eine Bahnfahrt
nach Hause wäre eine wirklich schlechte Alternative gewesen. Und es ist wieder
mal klar, dass ich die richtige Frau geheiratet hatte ...